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Klärschlammverbrennungsanlage mit Phosphorrückgewinnung

MVK und REMONDIS, Region Nord schließen Partnerschaft für Errichtung und Betrieb der neuen Anlagen

Kiel Nach dem erfolgreichen Abschluss der Vertragsverhandlungen werden die Müllverbrennung Kiel GmbH & Co. KG und der Projektpartner REMONDIS GmbH & Co. KG, Region Nord gemeinsam die geplante Klärschlammverbrennungsanlage mit integrierter Phosphorrückgewinnung errichten und betreiben. Die Partner stellten heute (Donnerstag, 23. September 2021) das gemeinsame Projekt vor. „Dieses Leuchtturmprojekt wird sicherstellen, dass in Kiel bald kommunale Klärschlämme CO2-neutral entsorgt und die daraus gewonnene Energie dem Kieler Netz als Fernwärme zugeführt werden können“, sagte Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer zur Vertragsunterzeichnung. Die Gesellschafter Landeshauptstadt Kiel und REMONDIS GmbH & Co. KG, Region Nord wollen zusammen 80 Millionen Euro investieren. Dies beschloss zuletzt die Kieler Ratsversammlung im August 2021 einstimmig. „Neben der Bereitstellung von grüner Fernwärme wird ein weiteres Plus für den Umwelt- und Klimaschutz die betriebliche Nutzung des bei der Vorbehandlung der Schlämme abgeschiedenen Wassers sein. Das Projekt wird als Teil des „Green Deal“ der Europäischen Union aus dem EU-LIFE-Programm gefördert“, so der Oberbürgermeister der Klimaschutzstadt Kiel weiter.

 

Technische Zeichnung der Klärschlammverbrennungsanlage mit Phosphorrückgewinnung. Quelle und Copy-Rights: MVK

„Seit über 20 Jahren beteiligen wir uns als Gesellschafter an der Müllverbrennung Kiel und arbeiten mit der Landeshauptstadt Kiel sehr gut und erfolgreich zusammen“, erklärte Wolfgang Steen, Geschäftsführer der REMONDIS GmbH & Co. KG, Region Nord. „Daher freuen wir uns sehr, in dieser Konstellation neben der Klärschlammverbrennungsanlage auch die bundesweit zweite Anlage zur Phosphorrückgewinnung zu errichten und zu betreiben. Unser langjähriges Engagement hier in Kiel bekräftigen wir mit der langfristigen Vertragsbindung über 20 Jahre mit der Option auf Verlängerung. Diese Partnerschaft mit der Landeshauptstadt Kiel ist für REMONDIS bundesweit beispielhaft.“

Weiter führte Wolfgang Steen aus: „Aus jedem Gramm Abfall Wertstoffe zu generieren ist die Mission von REMONDIS. Hiervon ausgehend arbeiten wir seit Jahren an der wichtigen Aufgabe, den lebenswichtigen und in seinem Vorkommen endlichen Rohstoff Phosphor aus dem Klärschlamm heraus dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen zu können. Dieses richtungsweisende Projekt in Kiel passt optimal, denn wir bringen hier mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren unser hochspezialisiertes Wissen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz in die langjährige Partnerschaft mit der Landeshauptstadt Kiel ein.“

Sabine Schirdewahn, Werkleiterin des Eigenbetriebs Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel, stellte fest: „Die Zusammenarbeit auf Gesellschafterebene der Müllverbrennung Kiel gestaltet sich seit über 20 Jahren sehr gut und konstruktiv. Sie ist geprägt von der Überzeugung, die Anlagen nachhaltig und besonders sicher für Mensch und Umwelt zu betreiben. Dabei erfüllen die Müllverbrennung Kiel und auch die künftige Klärschlammverbrennung mit Phosphorrückgewinnung die Voraussetzung, dass neben den Umwelt- und Klimaschutzaspekten auch die Wirtschaftlichkeit stimmt. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partnerunternehmen und damit auf die Fortsetzung einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte von kommunaler Daseinsvorsorge und privatwirtschaftlichen Engagement.“

„Mit der Vertragsunterzeichnung ist die Voraussetzung dafür erfüllt, dass am Standort der MVK Klärschlämme verwertet und der lebenswichtige Rohstoff Phosphor zurückgewonnen werden können“, fasste Dr.-Ing. Frank Ehlers, Geschäftsführer der MVK, zusammen. „So sorgt unser Partner REMONDIS neben der Phosphorrückgewinnung auch über 20 Jahre für die Klärschlammanlieferung, den Klärschlammtransport und die Entsorgungssicherheit der Klärschlämme bei Anlagenrevisionen. Die MVK ist in dieser Partnerschaft für die Errichtung und den Betrieb der Klärschlammverbrennungsanlage verantwortlich – somit kann es nun in die nächste Projektphase gehen. Darüber freuen wir uns sehr, denn dafür arbeitet unser Team seit einigen Jahren sehr engagiert. Der Projektfortgang ist sehr gut“, erläuterte er weiter. Denn entscheidende Vorarbeiten wie der Rückbau des 1997 stillgelegten Kessels 3 seien bereits abgeschlossen, somit sei der Platz für den neuen Kessel der Klärschlammverbrennung frei. Die Leittechnik für die Ertüchtigung der bestehenden Anlage und die Einbindung der noch zu bauenden neuen Anlage seien ebenfalls vertraglich besiegelt. Die so wichtige Kampfmittelsondierung sei ohne Zwischenfälle auch weitestgehend abgeschlossen. „In den kommenden Tagen veröffentlichen wir die EU-weite Ausschreibung für die Anlagen der Verfahrenstechnik und für die Gebäude“, blickte der MVK-Geschäftsführer weiter nach vorne.

„Im vergangenen Jahr mussten wir aufgrund der Pandemie die Serie von Informationsveranstaltungen für die Anwohnerinnen und Anwohner der MVK in den Jahren 2018 und 2019 unterbrechen. Wir planen jetzt aber in diesem Herbst wieder eine Veranstaltung für unsere Nachbarn und zwar am 19. und 20. November“, sprach Dr.-Ing. Frank Ehlers die Einladung an die Anwohnerinnen und Anwohner der Müllverbrennung Kiel aus, sich selbst vor Ort ein Bild von den aktuellen Planungen zu machen.

v.l.n.r.: Dr. Frank Ehlers, Sabine Schirdewahn, Wolfgang Steen, Dr. Ulf Kämpfer. Foto MVK/Thomas Eisenkrätzer

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