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Information für Anwohner/-innen über die geplante Klärschlammverwertung

Sehr geehrte Anwohnerinnen und Anwohner, 

wir freuen uns über Ihr Interesse an unseren Informationen zur geplanten Erweiterung der MVK um eine neue Verbrennungslinie zur thermischen Behandlung von Klärschlämmen mit Phosphorrückgewinnung. Im November 2018 und 2019 haben wir Sie gerne über den jeweiligen Stand der Planungen informiert und Ihnen mit Vorträgen und Führungen vor Ort erklärt, was wir im Detail vorhaben.

Nach einem Jahr intensiver Planungsarbeit liegt nun die Anlagenkonzeption für die Einreichung des Genehmigungsantrages vor. Die Vorstellung und Erläuterung des Anlagenkonzeptes für unsere Anwohner/-innen aktuell und vor Ort ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir haben uns über die sachliche Diskussion mit unseren Nachbarn und das damit gezeigte Interesse an unserer geplanten Anlage sehr gefreut. Wir diskutierten mit unseren Gästen teilweise kontrovers, aber stets sachlich und konstruktiv. Unsere Gäste stellten in einer lebhaften Diskussion nachvollziehbare und sachbezogene Fragen.

Nach einer detaillierten Vorstellung der geplanten Anlagentechnik durch den Betriebsleiter der MVK, Thomas Bäumann, folgte eine Stellungnahme des Vorsitzenden des Umweltbeirates der MVK, Dr. Stefan Anderssohn. Die anschließende Führung von MVK-Mitarbeitern durch die Anlage zeigte, an welchen Stellen Umbauten, Erweiterungen oder ein Anbau nötig sein werden.

Zum Hintergrund: Neue Gesetze regeln, dass zum Schutz der Böden ab dem Jahr 2029 die Kieler Klärschlämme nicht mehr zur Düngung auf die Felder ausgebracht werden dürfen. Der Grund ist die Belastung der Klärschlämme mit Medikamentenrückständen, Schwermetallen und Kunststoffen (Mikroplastik). Eine alternative Verwertungsmöglichkeit für die Schlämme ist die bereits seit vielen Jahren praktizierte Thermische Verwertung, also die Verbrennung.

Die Notwendigkeit der zukünftigen Klärschlammentsorgung sowie die Erfahrung aus über 40 Jahren Müllverbrennung am Standort Theodor-Heuss-Ring haben die MVK dazu bewogen, die Planungen für eine zusätzliche Verbrennungslinie für jährlich 32.000 Tonnen Klärschlamm in Trockensubstanz aufzunehmen.

Wir können mit der geplanten Klärschlammverbrennung ab 2024 für weitere 4.000 Kieler Haushalte CO2-neutral erzeugte Fernwärme bereitstellen. Damit sind wir fester Bestandteil des Masterplans 100% Klimaschutz der Stadt und leisten einen signifikanten Beitrag für den Weg zur Klimaneutralität der Landeshauptstadt Kiel. Die Monoverbrennung der Schlämme durch die eigene Linie macht es technisch möglich, den in der Asche enthaltenen lebenswichtigen und endlichen Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. Das ist für uns genauso wichtig, wie die neuen Anlagenkomponenten weitestgehend in die bestehenden Gebäude integrieren zu können. Ein weiteres Plus für die Umwelt ist die Aufbereitung des in den Klärschlämmen enthaltenen Wassers. Wir werden den heute für den Betrieb der Müllverbrennung erforderlichen Frischwasserbezug zukünftig um bis zu 40.000 Kubikmeter pro Jahr durch Wasser aus den Klärschlämmen ersetzen können. Die Klärschlammverbrennung mit Phosphorrückgewinnung ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbart werden können. 

Wenn Sie mehr wissen möchten ....

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben, sprechen Sie uns bitte an. Weiter unten auf dieser Seite finden Sie ein E-Mail Kontaktformular und auch unsere Telefonnummer.

 

Fotos der Fotogalerien: MVK/Thomas Eisenkrätzer