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Die MVK als möglicher Standort zur Verwertung von Klärschlämmen

Entwurf Anbauten Betriebsgebäude, Planungsstand 2017

 

Am 21.11.2017 tagte der Kieler Ortsbeirat Hassee/Vieburg im Informations-Zentrum der MVK. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner besuchten die öffentliche Sitzung des Stadtteilparlaments. Dr. Frank Ehlers, MVK-Geschäftsführer, erhielt aus aktuellem Anlass die Möglichkeit, den Bürgerinnen und Bürgern den aktuellen Planungsstand zur Klärschlammverwertung am Standort MVK zu erläutern.

 

Das sind Klärschlämme

In Schleswig-Holstein fallen jährlich 77.000 Tonnen Klärschlamm (Trockensubstanz) an, davon werden heute ca. 70 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft verwertet. Von der Landeshauptstadt Kiel müssen jährlich 7.500 Tonnen Klärschlamm (Trockensubstanz) verwertet werden.

Klärschlämme können durch Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Kupfer, aber auch durch organische Bestandteile wie Arzneimittelrückstände, Krankheitserreger oder Mikroplastik belastet sein. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und verbietet ab 2029 bzw. 2032 die Verwertung von Klärschlämmen in der Landwirtschaft.

Dennoch sind Klärschlämme nicht nur eine Belastung, sie sind auch ein Rohstofflieferant: Phosphor ist ein endlicher Rohstoff und nur noch begrenzt vorhanden. Er wird vom Umweltbundesamt als sogenanntes „essentielles Nährelement“ eingestuft, das ab 2029 bzw. 2032 laut Gesetzgeber aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden muss.


So kann es ab 2018 in Kiel weitergehen

Die Landeshauptstadt Kiel untersucht aktuell den zukünftig besten Verwertungsweg für den Kieler Klärschlamm. Die Ratsversammlung entscheidet darüber voraussichtlich Anfang des Jahres 2018. Eine von derzeit mehreren möglichen Entscheidungsvarianten ist, dass die Verwertung der Kieler Klärschlämme europaweit ausgeschrieben wird und die MVK sich um diese Verwertung bewirbt.

Wenn die MVK im Wettbewerb erfolgreich ist, folgt ein Genehmigungsverfahren für Errichtung und Betrieb einer Klärschlammverbrennungsanlage mit Phosphorrückgewinnung am Standort MVK (2019-2024). Den Betrieb aufnehmen könnte die Klärschlammverbrennungsanlage mit Phosphorrückgewinnung dann beispielsweise ab dem Jahr 2025.


Gibt es Synergieeffekte?

Gemäß dem derzeitigen Planungsstand werden sich die notwenigen Anlagen in das bestehende Betriebsgebäude der MVK integrieren, bzw. anbauen lassen. Die vorhandene Leitwarte, Werkstätten und vor allem die Erfahrung und Betriebskenntnisse der 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MVK können für die Klärschlammverbrennung genutzt werden.

Weiterhin gibt es Synergieeffekte mit der hocheffizienten sechsstufigen Rauchgasreinigung und der gerade modernisierten Prozessleittechnik der MVK. Aus Kieler Klärschlämmen kann Kieler Fernwärme erzeugt werden, auch dafür würde bereits vorhandene Anlagentechnik genutzt.


Welche Auswirkungen auf die Umwelt gibt es?

Wie auch beim Verbrennen der Kieler Siedlungsabfälle entstehen beim Verbrennen von Klärschlämmen Rauchgase, die erst sorgfältig gereinigt werden müssen, bevor sie in die Umwelt gelangen dürfen. Die Rauchgasreinigung der neuen Anlage wird so konzipiert sein, dass auch mit der neuen Anlage die niedrigen Emissionswerte der laufenden Müllverbrennungsanlage eingehalten werden.

Die Lärmemissionen werden durch Integration in bestehende Betriebsgebäude sowie Entladevorgänge in einer geschlossenen Halle gering gehalten. Geplant ist, den Anlieferbereich im Unterdruck zu halten, so dass keine Gerüche nach außen gelangen. So wie es auch in der bestehenden Müllverbrennungsanlage seit 20 Jahren gemacht wird.


Was ist mit dem Klimaschutz für Kiel?

Die MVK liefert bereits heute 20 Prozent des Kieler Fernwärmebedarfs. Davon ist die Hälfte CO2-neutral, also „grüne Wärme“. Neben den heute von der MVK versorgten ca. 17.000 Haushalten könnten mit einer Klärschlammverbrennungsanlage weitere 2.500 Haushalte mit grüner MVK-Fernwärme versorgt werden.

Klärschlamm ersetzt also den fossilen Brennstoff Gas zur Wärmeerzeugung. Daher hat auch der Masterplan 100% Klimaschutz der Landeshauptstadt Kiel die Nutzung der Klärschlämme zur Fernwärmeerzeugung als Maßnahme zur Reduzierung der CO2-Belastung formuliert.


Sie haben weitere Fragen?

Bei Fragen zur unser bestehenden Anlage oder zur möglichen Klärschlammverbrennung mit Phosphorrückgewinnung können Sie sich gern über unser Sekretariat, Tel. 0431 26095-2311, an uns wenden.